27. Feenrettung und weitere Pläne

... und tauchten kurze Zeit später auf der Lichtung wieder auf. Was sie sahen war erschreckend und ließ sie erst einmal geschockt einfach nur so da stehen: Die Feen lagen auf der Lichtung verstreut auf dem Boden - die Mädchen sahen sofort, dass die meisten, wenn nicht sogar alle, tot waren; denn der Boden war rot getränkt.
Angel brach nun vollends zusammen. Alle Hoffnung, die sie gehabt hatte, dass die Quelle ihnen die Zukunft gezeigt hatte, das Grausame zu verhindern, war mit einem Schlag vernichtet. Es war bereits geschehen. Angel fühlte ebenfalls, dass Una in den Händen des Dunklen Lords, beziehungsweise ihrer Schwester gelangt war. Ihre Verzweiflung war unbeschreiblich und sie konnte einige Sekunden nicht mehr klar denken.

Dann hörte sie Kida neben sich sprechen, ihre Stimme war rau, aber sie hörte den klaren Ton der Anführerin aus ihr heraus: "Wir müssen nach Überlebenden suchen! Es können nicht alle tot sein! Und Faelia! Sie muss auch hier irgendwo sein. Solange es Hoffnung gibt, dass sie überlebt hat, kann es auch Hoffnung für die Feen geben!" "Und was ist mit Una? Wir müssen das Einhorn retten!" ließ sich Taliya vernehmen, die bis dahin still gewesen war, denn auch bei ihr musste sich der Schock erst setzen.

Kida sah sie an, dann nickte sie: "Ja, wir werden uns auch auf die Suche nach Una machen, aber zuerst werden wir hier alles nach Überlebenden absuchen - und gegebenenfalls können uns dann, wenn wir wenn wir die Feen gerettet haben, diese vielleicht sogar helfen, oder uns sagen, wie wir das tun können." Sie schwieg, aber alle konnten sich denken, was sie meinte. Raoul würde Una nicht einfach nur so wegsperren, wie er es bei ihnen oder seinen anderen Gefangenen getan hatte, dazu war ihm das Einhorn zu wichtig. Er würde es bewachen lassen und es hüten wie seinen Augapfel; und wie sie es schaffen sollten, an Una heran zu kommen, ohne aufzufallen, dass wusste keine von ihnen. Außerdem war keine scharf darauf, wieder im Kerker zu landen, von wo sie ja gerade erst geflohen waren - und ein Mensch sein Leben für sie gelassen hatte.
Angels Kehle schnürte sich zu, als sie an Marasi dachte. Sie wussten es natürlich nicht mit Bestimmtheit, aber es war beinahe sicher, dass Raoul ihr Verschwinden mittlerweile längst entdeckt haben müsste und Marasi vermutlich getötet hatte.
Angel spürte einen Stich in ihrem Herzen, doch sie konnte nichts mehr daran ändern. Wenn sie sich jemals in einem "anderen Leben" wieder sehen sollten, würde sie es ihm vergelten. Doch nun mussten sie sich um andere Dinge kümmern.

Langsam gingen sie alle zusammen auf die am Boden liegenden Feen zu, und ihnen zitterten die Knie, während sie die toten Leiber inspizierten, in der steten Hoffnung, wenigstens ein Leben darunter zu entdecken. Doch bisher hatten sie keinen Erfolg. Alle Feen waren tot. "Das kann doch nicht sein", stöhnte Taliya auf: "Wenigstens Faelia, bitte! Bitte lass wenigstens Faelia am Leben sein!" Bisher hatten sie ihre Lehrmeisterin, die gleichzeitig beinahe so etwas wie eine Freundin für sie geworden war, nicht einmal entdeckt! Aber sie konnte doch nicht verschwunden sein - und von dem Dunklen Lord, beziehungsweise Ava, wurde sie auch nicht mitgenommen, das hätte ihnen die Quelle gezeigt. Also musste sie doch hier irgendwo in der Nähe sein?...

Plötzlich fiel Yuna etwas ein, als sie in den Wald schaute, in dem sie vorab gewesen war, um dort nach Heilpflanzen zu suchen, und diese auch gefunden und noch andere Erfahrungen gemacht hatte. Sie wusste nicht weshalb, aber sie hatte erneut ein Gefühl in sich, das sie in genau diesen Wald hinein trieb. Sie sah zu den anderen und sagte: "Wir sollten uns in dem Wald umsehen - ich weiß nicht wieso, aber ich habe da so ein Gefühl in mir, dass sich einige Feen vielleicht dort hinein gerettet haben könnten - oder zumindest Faelia!" Sie versuchte, ihre Stimme fest klingen zu lassen, aber es war durchaus ein gewisser Zweifel heraus zu hören...
Angel fragte sie: "Da hinein? In den dunklen Wald? Bist du dir sicher, dass Faelia dort ist?" Yuna blickte zu ihr hoch und runzelte die Stirn, dann antwortete sie: "Nein, ich bin mir nicht sicher, Angel. Aber wir haben jetzt alle Feen hier auf der Lichtung gesehen und sie sind alle tot. Faelia war glücklicherweise nicht dabei - aber das heißt nicht, dass sie nicht auch tot sein kann! Trotzdem, irgendwo muss sie sein; und der einzige Ort, der mir einfällt, wohin sie, nach Unas Entführung geflohen sein, oder sich schwer verletzt hinein geschleppt haben könnte, ist der Wald! Und was das "Dunkle" angeht: Siehst du hier noch irgendwo einen Ort, der hell ist, Angel?" Sie blickte Angel herausfordernd an.

Angel sah sich um: Sie wusste, dass Yuna Recht hatte. Als sie zuvor hier gewesen waren und noch eine recht unbeschwerte Zeit zusammen genossen hatten, war es hier auf der Lichtung noch hell gewesen. Was sicherlich auch an Una gelegen hatte. Doch jetzt war selbst die Lichtung dunkel geworden, es war beinahe schwarz und war nun ebenfalls zu einem Teil der Schattenwelt des Dunklen Lords geworden.
Sie schüttelte den Kopf. "Es gibt keine hellen Orte mehr, nur noch Schatten, Dunkelheit und Schrecken..." antwortete sie, und ihre Stimme klang kalt und verloren in der Dunkelheit der Lichtung. Wieder trat Kida an sie heran und mit ihr zusammen auch Taliya und selbst Yuna. Sie alle umarmten Angel und dann sagte Kida mit fester Stimme: "Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben! Egal, wie verloren hier alles zu sein scheint, oder wie dunkel es ist, in welchem Schrecken wir uns befinden - wir haben eine Chance, solange wir hoffen! Versteht ihr? Wenn es beginnt, in unseren Herzen dunkel zu werden, hat ER gewonnen! Das dürfen wir nicht zulassen! Niemals!" Sie blickte allen Mädchen um sich herum in die Augen: "Wir haben etwas, was ER niemals haben wird: Freundschaft! Wir vertrauen einander - und wir haben noch Hoffnung. Das haben wir doch, oder?"

Kida hatte ein wenig Angst vor der Frage, denn sie wusste, dass es auch nicht so sein könnte - vor allem bei Angel war sie sich nicht mehr sicher; Aber auch Taliya schien nicht mehr so tough und selbstbewusst, wie noch am Anfang. Doch als sie von einem Mädchen zum anderen blickte, sah sie, dass diese sie ebenfalls ansehen - und dann nickten sie und in ihren Augen stand tatsächlich Hoffnung. Ja, selbst in Angels, die zuvor noch sehr unglücklich und beinahe hoffnungslos gewirkt hatten. "Ja, du hast Recht. Und du auch Yuna! Lasst uns keine Zeit verlieren, und zusammen in den Wald gehen um Faelie zu suchen. Vielleicht finden wir sie ja - und eventuell auch noch ein paar andere, die überlebt haben?" In Angels Worten schwang tatsächlich die Hoffnung mit, die sie eben noch verloren zu glauben schien. Taliya stand neben ihrer Freundin und drückte ihre Hand. Sie lächelte und Angel lächelte zurück. Ja, Kida hatte Recht: Ihre Freundschaft half ihnen, die Kälte der Dunklen Welt zu überstehen und sie bildete sich sogar ein, dass es schon ein bisschen wärmer wurde. Was natürlich Unsinn war, denn an der Temperatur hatte sich nichts geändert. Trotzdem schien es irgendwie angenehmer und sie machte sich nicht die Mühe, weiter darüber nachzudenken...

Schließlich war es soweit; sie liefen zusammen in den Wald hinein. Dort war es natürlich noch dunkler, durch die dicken Bäume und allen war es tatsächlich ein wenig unwohl, als sie ihn betraten, nur Yuna fühlte sich heimisch. Sie war bereits einmal dort gewesen, und sie hatte das Gefühl, dass sie die Bäume und die Natur Willkommen hießen. Die Vögel zwitscherten und Yuna verstand ihre Sprache! Sie wusste, was sie sagten, wenn sie miteinander kommunizierten und nun begriff sie plötzlich, dass sie nicht nur miteinander redeten, sondern auch zu ihr sprachen! Sie sagten ihr, wo sie die Fee finden würden! "Kommt mit, ich weiß, wo Faelia ist!" sagte sie, und ohne weitere Erklärung raste sie in eine bestimmte Richtung die ihr die Vögel mitteilten.
Die anderen fragten nicht weiter; erstens war keine Zeit dafür und zweitens wunderte sie in dieser Welt beinahe gar nichts mehr. Yuna führte sie tiefer in den Wald hinein und sie war die einzige, die sich hier noch auskannte. Die anderen wären verloren gewesen, wenn Yuna sie alleine gelassen hätte, denn sie hätten sich hoffnungslos verlaufen.

Doch dann sahen sie etwas: Einige Meter vor ihnen lag eine Person auf dem Boden und nach einigen Sekunden wussten alle, dass es Faelia war. Doch sie rührte sich nicht, und keine von ihnen wusste, ob die Fee noch lebte.
Langsam gingen sie zu ihr und Yuna war die erste, die bei ihr war, und sich zu ihr beugte. Die Fee hatte ihre feste Gestalt angenommen, wohl, weil sie verletzt war, und so berührte Yuna mit zitternden Händen ihren Hals, um ihren Puls zu fühlen, sollten die Feen einen haben; ganz so sicher war Yuna sich dessen nicht, da sie sich mit Feen gar nicht wirklich auskannte...
Dann atmete sie erleichtert auf, als sie ihn spürte. Die Fee lebte! "Sie lebt! Ich kann ihren Atem und ihren Herzschlag spüren! Aber sie ist schwer verwundet!" fügte sie noch hinzu.

Die anderen waren zuerst erleichtert gewesen, als sie Yunas Worte gehört hatten, doch dann sahen sie, trotz der Dunkelheit, wie schwer Faelias Verwundungen tatsächlich waren. Sie blutete aus vielen Wunden, hauptsächlich in ihrem Bauchbereich, die überwiegend von Bissen und Kratzern der Kreaturen stammten, die über die Lichtung hergefallen waren. Tiefe Stücke Fleisch waren aus ihrem Körper gerissen worden und es war ein Wunder, dass sie es erstens geschafft hatte, sich hierher zu retten, und zweitens überhaupt noch lebte.
Yuna kniete sich zu ihr hin. Die anderen hatten sich neben Faelias geschundenen Körper gesetzt und Angel hielt ihre Hand. Keine von ihnen wusste, was sie nun tun sollten; es sah nicht so aus, als wäre die Fee noch zu retten . und Una gab es nicht mehr, die ihr hätte helfen können...
Doch Yuna holte einen Beutel aus ihrer Tasche. Sie war nicht umsonst in diesen Wald gegangen und hatte jede Menge Kräuter und andere Heilmittel aus der Natur gesammelt - und andere Erfahrungen gemacht - das musste einen Grund gehabt haben; und jetzt lag einer davon vor ihr: Es war ihre Aufgabe, Faelia zu heilen, auch, wenn es beinahe aussichtslos erschien. Doch wie sagte Kida vorhin? Sie durften die Hoffnung nicht aufgeben, und solange noch ein Fünkchen Leben in der Fee war, würde sie alles daran setzen, diese zu retten!

Und so öffnete Yuna schließlich den Beutel,  griff hinein und holte, beinahe wie automatisch, Kräuter heraus, die sie in der Hand zerrieb. Sie zermalmte sie so, dass beinahe nur noch eine breiige Masse übrig blieb - und wenn sie jemand von ihren Freundinnen gefragt hätte, was sie da machte, und woher sie wusste, was sie zu tun hatte, dann hätte sie vermutlich geantwortet, dass sie keine Ahnung hatte. Sie tat es einfach. Es war beinahe so, als würde sie gesteuert. Es geschah automatisch; Sie WUSSTE einfach, welche Kräuter die richtigen waren, welche sie zusammen mischen und wie verarbeiten musste, damit die breiige Konsistenz heraus kam, wie sie sie schließlich inne hatte.

Dann war es soweit. Yuna wusste ebenfalls, dass sie die Endsubstanz erreicht hatte, und gab den "Brei" aus Kräutern in ihren Trog, den sie ebenfalls mit sich führte und den sie vorab mit Wasser gefüllt hatte. Sie wusste noch, dass Taliya ihnen erzählt hatte, dass es eine Quelle gab, mit deren Wasser Faelia Unas Blut gemischt hatte, um sie und die anderen zu retten. Sie hatte die Quelle gefunden und vorab ihren Trog mit eben diesem gefüllt. Langsam begann sie, die Wunden, die auf Faelias Körper verteilt waren, damit zu beträufeln und zum Erstaunen der Mädchen schlossen sich diese. Und zum Schluss, als sie fertig war, flößte sie der Fee den Rest zu trinken ein, in dem sie Angel bat, ihren Kopf leicht anzuheben.

Nun mussten sie warten. Yuna spürte, dass sie nicht mehr tun konnte, denn wieder wusste sie, dass sie alles getan hatte, um Faelias Leben zu retten. Mehr stand nicht in ihrer Macht. Dies konnte nur die Macht der Natur, die Macht des Waldes, die Schutzgeister und aller sonstigen guten Geister, die es hier sonst noch geben mochte, und die noch auf ihrer Seite standen.

Nervös beobachteten sie die Fee, die sich die ersten Sekunden - oder waren es Minuten? Stunden? - keine von ihnen konnte es mit Bestimmheit sagen, denn das Zeitgefühl war ihnen abhanden gekommen - nicht rührte. Alle liefen schon beinahe erneut Gefahr, ihre Hoffnung zu verlieren, doch dann rührte sich Faelia tatsächlich. Sie hörten zuerst ein leises Stöhnen, dann öffnete die Fee ihre Augen. Sie sah in den Himmel und machte einen verstörten Eindruck, als wüsste sie nicht, wo sie war - doch dann schien ihr alles wieder einzufallen.
Gehetzt und beinahe schon ein wenig zu schnell, erhob sie sich und fiel wieder auf den Boden zurück.

Yuna war bei ihr und strich ihr sanft über das Gesicht. "Nicht, bleib noch ein paar Sekunden liegen! Wir sind es! Wir sind zurück gekehrt, als uns die Quelle gezeigt hat, was hier geschehen ist... Aber leider hatten wir nicht mehr die Chance, das Schreckliche zu verhindern - es tut mir so unendlich leid! uns allen!" fügte sie noch stellvertretend für die anderen hinzu.

Faelia erhob sich erneut vom Boden - dieses Mal ein wenig langsamer und war so in der Lage, oben zu bleiben. Sie sah die Mädchen eines nach dem anderen an und dann blieb ihr Blick an Yuna hängen. Sie blickte von ihr langsam an sich selbst herunter und lächelte. Doch ihre Augen blieben dabei traurig: "Ich weiß, was die Quelle euch gezeigt hat..." sagte sie leise. "Ich konnte es nicht verhindern. Selbst ich konnte nicht erkennen, dass das Wesen, das der Lord uns geschickt hat, kein gutes Wesen war; es ist eine List gewesen, die selbst für ihn eine ganz neue Dimension erlangt hat!" Sie blickte Angel an und fuhr fort: "Vermutlich hat deine Schwester sie erschaffen, Angel... Es gehört zu ihren neuen Kräften; Wesen zu erschaffen, die anders sind, als alles, was bisher dagewesen ist. Vor allem anders, als es sich der Dunkle vorstellen kann, da seine Fantasie dafür nicht ausreicht... Sich etwas einfallen zu lassen, was schön ist und mit seiner äußeren Schönheit sogar Wesen wie uns blenden kann.. Und das eines Einhorns..."

Sie stockte: "Una"... "Der Lord hat sie.. Es tut mir so leid.. Wenn wir nur hier gewesen wären; wir hätten nie gehen dürfen - ich hätte die Aura dieses Wesens erkannt und so euch alle retten können!"... Bevor Angel weiter reden konnte, unterbrach Faelia sie: "Nein, es war gut so. Alles, was geschieht, hat einen Grund in dieser Welt, auch, wenn uns dieser noch nicht bekannt ist. Irgendwann werden wir es wissen! Und das Una noch lebt, fühle ich. Ganz tief in mir weiß ich, dass sie noch lebt, auch, wenn ihre Kraft schwindet, mit jedem Atemzug, den sie tut. Wir müssen sie finden und befreien!"
Mit diesen Worten stand Faelia auf und mit einer Kraft, die man der zuvor noch schwer verletzten Fee gar nicht zugetraut hätte, ging sie einige Schritte. Die Mädchen folgten ihr: "Warte! Was hast du denn jetzt vor?" fragte Taliya.

Faelia sah sie an und antwortete: "Was denkst du wohl? Ich werde das letzte Einhorn auf dieser Welt suchen und es befreien! Das bin ich Una schuldig, nachdem ich vertrieben worden bin und keine Chance hatte, sie zu beschützen. Sie waren zu viele, als dass ich gegen sie eine Chance gehabt hätte, und so musste ich fliehen, bevor ich dann hier zusammen gebrochen bin.." Sie blickte Yuna ins Gesicht und lächelte. "Du hast viel gelernt. Der Geist des Waldes hat sich mit dir verbündet. Du bist soweit und ihr alle ebenfalls. Es ist eure Entscheidung: Ich werde mich nun auf den Weg machen, das letzte Einhorn dieser Welt aus den Fängen des dunklen Herrschers zu befreien - denn dass ich nicht zulassen werde, dass ER sich Unas Macht bedient, ist hoffentlich verständlich. Ihr müsst entscheiden, ob ihr mich begleiten wollt, der Weg ist beschwerlich..." Dieses Mal kam sie nicht weiter, denn Angel unterbrach sie: "Natürlich begleiten wir dich! Wir müssen Una befreien - und meine Schwester ebenfalls! Sie muss aus den Fängen des Dunklen befreit werden!"

Sie spürte die Blicke der anderen auf sich, doch keiner sagte etwas, und auch Angel sprach nicht weiter. Und so entschieden sie schließlich, alle miteinander, still und leise, sich in die "Höhle des Löwen" zu begeben, ohne genau zu wissen, wie sie es anstellen sollten. Denn das keiner von ihnen Lust hatte, zurück in den Kerker zu gehen, von wo die Mädchen gerade erst geflohen waren, war wohl nur zu verständlich. Zumal keiner eine Ahnung hatte, ob Una tatsächlich dort gefangen gehalten wurde, oder in einem anderen, schrecklichen Gefängnis des Dunklen Lords. Sie mussten sich etwas einfallen lassen, um ihr weiters Vorgehen zu besprechen und in die Tat umzusetzen. Sie alle wussten, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten, und dass sie nicht versagen durften. Nicht nur das Leben von Una, sondern ihre Zukunft stand auf dem Spiel. Sie durften nicht versagen!...

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Christal, 31
Traumland