5. Das Portal Teil 1
So schnell es möglich war, liefen beide Mädchen zu Angels Wohnung. Sie war nicht weit von Taliyas Haus entfernt und so kamen sie relativ schnell dort an. Als sie dort angekommen waren, sah Angel ihre Freundin an und sagte: “Wärst du mir sehr böse, wenn ich dich bitten würde, draußen zu warten? Es dauert auch nicht sehr lange, ich werde mir nur das Tagebuch holen, dann komm ich wieder…” Taliya sah sie etwas misstrauisch an, dann schüttelte sie den Kopf: “Nein, kein Problem, mach du nur.. Aber was willst du denn deinen Eltern erzählen?” “Es sind nicht meine Eltern…” antwortete Angel nur; dann ging sie zur Eingangstür. Um ehrlich zu sein hatte sie sich darüber selbst noch keine Gedanken gemacht und wusste nicht, was sie ihnen sagen sollte, wenn diese sie fragen würden, was sie vorhatte…
Und ihr wäre es um einiges lieber, wenn die sie überhaupt nicht sehen würden… Angel hatte vor, sich das Tagebuch zu nehmen, ein paar Sachen einzupacken und dann unbemerkt abzuhauen.
Doch vorerst musste sie erst einmal still und leise in die Wohnung gelangen. Auch deswegen hatte sie Taliya gebeten, vor der Tür stehen zu bleiben, denn mit ihr wäre sie erst recht aufgefallen. So hatte sie zumindest eine Chance, es zu schaffen.
Angel schloss leise die Tür auf. Sie hatte schon die Befürchtung, dass ihre “Eltern” sie direkt hier abfangen würden, doch vorerst waren beide nicht zu sehen. Waren sie überhaupt hier? Doch als sie heute Morgen gegangen war, waren sie noch da gewesen und hatten auch nicht erwähnt, dass sie fortgehen wollten… Nun ja, im Grunde war es ja auch egal, sie musste jetzt schauen, dass sie fort kam!
Leise aber dennoch so schnell wie möglich verzog sie sich in ihr Zimmer. Sie schloss leise die Tür und atmete erst einmal erleichtert auf. Soweit hatte sie es schon einmal geschafft. Dann packte sie sich einen Rucksack mit den nötigsten Klamotten - wer wusste schon, wie viel sie brauchen würde - und als sie fertig war, ging sie zum Schrank und holte das “Tagebuch” heraus. Sie packte es zu dem anderen Buch, das sie bereits ebenfalls in den Rucksack gesteckt hatte.
Dann war sie fertig. Gedankenverloren sah sie sich noch einmal im Zimmer um. Würde sie es jemals wieder sehen? Sie hatte keine Ahnung und das machte sie schon ein wenig traurig. Doch auf der anderen Seite fiel ihr wieder ein, dass die Menschen, die sie Zeit ihres Lebens mehr als geliebt und denen sie vertraut hatte, sie nur belogen hatten. Sie waren nicht ihre wahren Eltern; ihr ganzes Leben war eine Lüge gewesen! Und sie spürte Wut in sich hoch steigen. Nein, sie wollte nur noch raus hier! Ihr Blick fiel auf ihr Armband, das, was ihre “Mutter” ihr zum Geburtstag geschenkt hatte und im ersten Moment wollte sie es abmachen und es in eine Ecke werfen - doch etwas hielt sie davon ab. Es war so schön… Und dann glitt ihr Blick noch auf das Photoalbum, das in ihrem Bücherregal stand, das ebenfalls ein Geschenk zu ihrem Geburtstag gewesen war. Mit so vielen schönen Erinnerungen… Angel konnte nicht anders; sie zog das Buch heraus und packte es ebenfalls in ihren Rücksack…
Und genau in diesem Augenblick geschah es: Gerade als sie fertig war und sich ihre Jacke anzog und den Rucksack auf die Schultern streifte, genau da kamen ihre Eltern ins Zimmer. Sie hatten schon gemerkt, dass Angel zurück gekommen war - von wo auch immer - und hatten eigentlich darauf gewartet, dass sie etwas sagen würde. Wo sie gewesen war, wie ihr Tag gelaufen war, irgend etwas; doch ihr jetziges Verhalten war gelinde gesagt, sehr merkwürdig..
Und nun sahen Grace und John, wie ihre Tochter, die ja gerade wieder nach Hause gekommen war, angezogen vor ihnen stand, als ob sie sofort wieder gehen wollte, und einen Rucksack auf dem Rücken?
“Was ist hier los?” fragte John auch direkt. “Wo warst du, und wo willst du hin?” “Ist alles in Ordnung, Angelina?”.. fragte nun auch die Mutter, doch weiter kam sie nicht, denn Angel brüllte sie an: “Nenn mich nicht “Angelina”; mein Name ist Angel!!! Und ich bin nicht eure Tochter, also hat es euch auch nicht zu interessieren! Ihr habt mich all die Jahre belogen! Wieso habt ihr mich angelogen??” Sie wartete die Antwort gar nicht ab, sondern preschte an den beiden vorbei, die Treppe zum Ausgang hinunter, und dann nach draußen, dort, wo bereits Taliya mit Yuna im Gepäck auf sie wartete…
Grace und John Harding starrten völlig entsetzt zur Tür und hatten noch gar nicht begriffen, was gerade geschehen war.
Sie waren nicht in der Lage, überhaupt zu reagieren und Angel aufzuhalten. Erst langsam begann das, was diese ihnen gerade vor den Kopf geworfen hatte, in ihren Köpfen Einzug zu halten: Völlig geschockt blickte Grace ihren Mann an: “Oh mein Gott.. Sie weiß es! John, sie weiß alles! Woher, ich meine.. Wieso??” Dann wollte sie ebenfalls an ihrem Mann vorbei, ihrer Tochter folgen: “John, wir müssen ihr hinterher! Wir müssen mit ihr reden, sie darf doch so nicht verschwinden - ich meine, wo will sie denn jetzt hin? Wie hat sie das denn überhaupt heraus gefunden, dass…; Wir müssen es ihr erklären…” Grace war völlig fertig.
John fuhr sich durch die Haare, er war ebenfalls erschlagen von den Ereignissen. Er hatte ebenfalls keine Ahnung, woher seine Tochter die Informationen hatte und wo sie bis gerade eben war; dennoch versuchte er ein wenig mehr Ruhe in sich und die Situation zu bringen. Er hielt seine Frau auf: “Warte! Woher Angelina die Information hat, weiß ich nicht. Und wie sie darauf kommt, dass sie “Angel” heißen soll, auch nicht. Aber das ist jetzt auch erst einmal unwichtig. Natürlich hast du Recht, wir müssen mit ihr reden, doch jetzt ist der falsche Zeitpunkt dafür. Glaub mir. Wir werden ihr Zeit lassen müssen, das ganze zu verarbeiten, und dann werden wir mit ihr reden. Wir müssen ihr alles erklären, aber jetzt braucht sie erst einmal Zeit für sich selbst…” “Aber sie ist fortgelaufen, wer weiß wohin? Wenn ihr etwas zustößt - John, wir müssen sie suchen!” John schüttelte den Kopf: “Grace, du weißt doch, wohin sie geht, wenn sie etwas auf dem Herzen hat?!” Grace sah ihn an. Langsam wurde auch sie etwas ruhiger. “Du meinst Taliya?” John nickte. “Ja, ich denke schon. Sie wird zu ihr geflohen sein, und da lassen wir sie jetzt auch eine Zeit lang. Ich denke, sie braucht sie jetzt um sich auszusprechen. Und spätestens heute Abend werde ich bei ihren Eltern anrufen und Angelina abholen, wenn es sein muss. Bis dahin hat sie sich vielleicht wieder ein wenig beruhigt. Dann können wir uns mit ihr unterhalten - in Ruhe, hoffe ich…”
Grace nickte. Vor dieser Situation hatten sie sich immer gefürchtet. Doch sie hatten es immer vor sich her geschoben, denn keiner von ihnen konnte sich vorstellen, dass ihre Tochter es jemals heraus finden würde. Und wie sie es geschafft hatte, war ihnen einfach ein Rätsel. Doch wie auch immer, nun war es heraus und sie mussten ihr unbedingt klar machen, dass sie immer ihre Tochter war und es auch immer bleiben würde. Sie war adoptiert, aber sie liebten sie wie ihr eigenes Kind! Im Grunde WAR sie ihr eigenes Kind! Grace konnte es kaum aushalten, doch sie wusste, dass John Recht hatte. Jetzt mit Angelina zu reden, würde keinem von ihnen etwas bringen. Sie sollte sich erst einmal bei ihrer Freundin ausweinen - und dann würden sie schon wieder an sie heran kommen. Dass es für sehr, sehr lange Zeit das letzte Mal war, dass sie Angel gesehen hatten, ahnte keiner von ihnen - und keiner hatte eine Ahnung, dass sie bald nicht mal mehr in ihrer Welt sein würde…
Wenige Minuten zuvor hatte Taliya gesehen, wie Angel ziemlich verstört aus der Wohnung geschossen gekommen war. “Was ist denn jetzt los??” fragte sie völlig entgeistert. “Alles klar?? Haben dich deine Eltern erwischt?” fragte sie dann, einer inneren Eingebung folgend und Angel nickte nur. Sie antwortete nicht, doch ihr Gesicht sprach Bände. “Oh, es gab Stress, was?” versuchte Taliya es erneut, doch wieder nickte Angel nur. Taliya seufzte: “Okay, schon verstanden, du willst nicht darüber reden.. Nun gut, egal. Was es auch war, jetzt ist es ja vorbei… Doch unser Abenteuer fängt gerade erst an!” fügte sie hinzu und strahlte. Irgendwie freute sie sich langsam auf das, was auf sie zukommen würde. Taliya schien das ganze noch als eine Art Abenteuerreise zu verstehen…
Doch dann ließ sich plötzlich Yuna vernehmen, die immer noch in Taliyas Rucksack “eingepackt” war: “Könntet ihr mich jetzt freundlicherweise raus lassen, hier? Ich ersticke hier drin beinahe - und außerdem muss ich euch wohl zeigen, wo ihr das Portal findet!” Die Stimme wurde immer wütender. Taliya machte den Rucksack auf und sagte streng: “Ein wenig leiser wäre nicht schlecht! Noch sind hier zu viele Menschen und ich werde nicht mit einer Puppe durch die Gegend laufen! Du kannst uns auch sagen, wo wir lang gehen müssen!” “Nein, kann ich nicht! Meinst du, ich kann mich an irgendwelche Straßennamen erinnern? Das ganze ist über 10 Jahre her, verdammt noch mal…” Weiter kam sie nicht, denn Angel mischte sich ein. “Hört auf! Alle beide! Ich möchte jetzt so schnell wie möglich zu diesem Portal, oder was das auch immer ist! Und wenn es dazu nötig ist, dass Yuna raus kommt, dann machen wir das - Aber mir fällt da eines ein: Taliya, weißt du, wo deine Eltern Yuna damals gekauft haben, in welchem Geschäft meine ich?” Taliya nickte. Ja, dass wusste sie noch, ihre Eltern hatten ihr das Geschäft einmal gezeigt. Es war ein hübsches, kleines Geschäft gewesen, das in einer etwas ruhigen und dunklen Seitenstraße lag. “Okay, dann gehen wir da jetzt hin und solange bleibt Yuna noch in dem Rucksack! Und wenn wir dann sehen, dass dort nicht so viel - oder am besten gar nichts mehr - los ist, kann sie raus. Vielleicht erkennt sie ja die Gegend wieder und weiß dann wieder, wo wir lang müssen um das Tor zu finden. Einverstanden?”
Taliya nickte und Yuna grummelte etwas unverständliches, was von beiden Mädchen dezent überhört wurde. Schließlich schulterte Taliya erneut ihren Rucksack und sie machten sich auf zum Puppenladen, der tatsächlich nicht weit von ihrer Straße entfernt war. Als sie schließlich dort angekommen waren, hatten sie Glück. Die Seitenstraße war ein ruhiges Gässchen, und es war in der Tat keine Menschenseele zu sehen. Taliya stellte den Rucksack hin und holte Yuna heraus.
Wieder sah diese sie extrem sauer an. “Na endlich, da drin erstickt man ja!” “Kannst du auch mal etwas anderes als maulen und meckern??” konterte Taliya, ebenfalls genervt. “Na, wenn du 10 Jahre deines Lebens zwangsweise als kleine Puppe “leben” müsstest, dann möchte ich dich mal erleben!” blökte Yuna zurück. “Schluss jetzt!” fauchte Angel. Es ging ihr gerade alles andere als gut und dieses ewige Gezanke zwischen ihrer besten Freundin und diesem “Wesen” - was auch immer es war - ging ihr gerade derbe auf den Zeiger. “Entschuldige..” antwortete Taliya auch schon und auch Yuna gab etwas kleinlaut eine Entschuldigung ab. “Schon gut. Also Yuna, erkennst du jetzt etwas hier wieder? Kannst du uns zu dem Ort führen, an dem dieses Portal stand - und hoffentlich immer noch steht?” Angel kamen gerade die Gedanken hoch, dass es vielleicht gar nicht mehr da sein könnte. Immerhin waren nun 16 Jahre vergangen! Woher wusste Yuna, dass es tatsächlich noch existierte?
Doch wie auch immer, sie mussten es darauf ankommen lassen. Was blieb ihnen auch anderes übrig? Yuna stand endlich auf ihren eigenen Beinen und sah sich erst einmal richtig um. Die Gegend hatte sich verändert, und doch erkannte sie das Seitengässchen wieder, in das sie der Inhaber des Puppenladens “verschleppt” hatte. Sie wusste auch wieder, wie er gelaufen war. Ihre Augen waren nicht nur offen gewesen, als er sie getragen hatte, sondern sie hatte sich auch genau den Weg gemerkt! “Ja, ich erinnere mich. Folgt mir - und wehe, ihr steckt mich wieder in diese Foltermaschine!” Dann stiefelte sie davon. Taliya blickte zu Angel und schüttelte den Kopf. Sie wollte ihr gerade sagen, wie sehr ihr diese “Puppe” auf die Nerven ging, doch etwas an Angels Gesichtsausdruck ließ sie einhalten.
Sie mussten Yuna folgen, doch Taliya schlang ihre Arme um Angels Schultern: “Was ist denn los, Süße? Was ist bei dir zu Hause passiert? So fertig hast du noch nie ausgesehen.. Hast du dich mit deinen Eltern gestritten? Du weißt doch, mit mir kannst du über alles reden!” Angel schüttelte den Kopf. Sie wusste, dass sie Taliya alles sagen konnte, aber sie wollte es nicht. Nicht dieses Mal. Das war kein Streit gewesen, den sie uns ihre Eltern da vorhin gehabt hatten, sie hatte mit ihren “Eltern” gebrochen, ihnen vor den Kopf geworfen, dass sie niemals ihre Eltern gewesen waren.. Und vielleicht würde sie sie niemals wieder sehen… Doch nein, jetzt wollte und musste sie an etwas anderes denken. Sie mussten dieses Portal finden! Sie sah Taliya ins Gesicht und versuchte, zu lächeln. Es gelang ihr nur müßig. “Ich werde mich daran erinnern - und darauf zurück kommen, wenn ich dazu in der Lage bin, versprochen. Ich danke dir, für deine Freundschaft!” “Klar, das ist doch selbstverständlich, dafür brauchst du dich nicht zu bedanken…”
Weiter kam sie nicht, denn plötzlich war Yuna stehen geblieben. Sie hatten gar nicht wirklich gemerkt, wo sie hingelaufen waren. Nun standen sie in einer noch einsameren Gasse, die beinahe finster und bedrohlich wirkte. Angel fröstelte es ein wenig… “So, hier wären wir” sagte Yuna und blickte die beiden erwartungsvoll an. “Hier? Und wo soll hier ein Portal sein??” fragte Taliya beinahe enttäuscht. Sie konnte nichts entdecken, was einem Portal auch nur im Entferntesten ähnelte. Yuna hob die Hände zum Himmel und stöhnte: “Meine Güte, man könnte meinen, du bist im Alter von 10 Jahren stehen geblieben - So dumm kann man doch sonst gar nicht sein! Also: noch mal zum Mitschreiben: Natürlich zeigt sich das Portal nicht jedermann und allezeit! Man muss eine Formel sprechen, damit es aufgeht! Und da, bis auf das eine, sonst alle Portale vom dunklen Herrscher vernichtet wurden, ist es wohl auch klar, dass es gut versteckt ist! Sonst würde er es finden und vernichten lassen! So wie die anderen auch. Jetzt verstanden?”
Taliya funkelte sie an. Bevor sie etwas sagen konnte, was die Situation noch verschlimmern würde, schaltete sich erneut Angel ein: “Yuna, könntest du ein wenig mit deiner Ironie, beziehungsweise deinem Sarkasmus zurück fahren? Ich kann mir denken, dass für dich die letzten Jahre grausam gewesen sein müssen; Aber das alles hier ist sowohl für Taliya als auch für mich Neuland. Also verzeih uns auch mal die eine oder andere - für dich - dumme Frage, okay? Mir geht es bei der Vorstellung gleich in eine andere, dunkle, fremde Welt zu gelangen nicht gerade gut, ehrlich gesagt. Und ich brauche keine Verbündeten und Freunde, die sich ständig an die Gurgel gehen…” Von der Tatsache einmal zu schweigen, dass ihr immer noch die Situation zu Hause nahe ging, auch, wenn sie noch nicht darüber reden wollte. Ihr steckte ein riesengroßer Kloß im Hals. Am liebsten hätte sie geweint, aber das wollte sie hier nicht. Sie musste sich zusammen reißen…
Taliya und Yuna sahen sich an. Zuerst schwiegen sie, dann seufzte Yuna schließlich. “Du hast recht. Es tut mir leid, Taliya, ich denke, die ganzen Jahre als deine “Puppe” haben mich irgendwie vergrätzt… Ich hätte es in der Tat nicht mehr länger ausgehalten… Früher bin ich auch anders gewesen, glaub mir.. Also gut. Ich werde versuchen mich zu bessern; und wenn wir endlich wieder in meiner Welt sind, brauche ich auch nicht mehr in diesen blöden Rucksack!”
Taliya lächelte und nickte. “Entschuldigung akzeptiert. Und wie geht dieses Tor jetzt auf? Also, wenn mir diese Frage gestattet ist?” Trotz der Aussprache war ein kleiner ironischer Unterton von Taliyas Seite nicht zu überhören. Angel seufzte, die beiden würden sich wohl nie ändern, dennoch hoffte sie, dass nun weniger Stress auftreten würde.
Yuna blickte nach vorne in eine Ecke, in der sowohl für Angel als auch für Taliya nichts war. Dann schloss sie die Augen und antwortete: “Ich werde nun eine Formel sprechen, die das Tor öffnen wird. Sobald ihr es seht, müsst ihr eintreten - zögert nicht, denn die Formel hält das Portal nicht lange auf! Nur ein paar Sekunden, dann schließt es sich wieder. Das ist der Schutz vor der Entdeckung durch den dunklen Herrscher und seine Schergen! So denn!”
Und dann hörten sowohl Angel als auch Taliya, wie Yuna anfing, etwas in einer für sie völlig unverständlichen Sprache vor sich hinzumurmeln. Sie war mit nichts zu vergleichen, das sie aus dieser Welt kannten. Zuerst dachte Angel, es könnte Altgriechisch oder Latein sein, die Sprachen hatten sie zwar in der Schule, aber selbst sie war darin nicht die Beste; doch sie merkte schnell, dass dies nicht der Fall war. Und plötzlich bildete sich genau dort, wo Yuna stand, eine Art Übergang. Es sah aus wie ein riesiges Tor, das flimmerte und Angel in den Augen wehtat. Sie sah ein Flackern in der Mitte und auch Taliya starrte wie gebannt darauf. “Na los, springt! Es ist nicht mehr viel Zeit! Ich kann es nicht mehr lange aufhalten!” hörten sie Yuna rufen, doch in den ersten Sekunden konnte keine von beiden sich rühren…

